Symfony Day Cologne 2011

Nach meinem ersten Mal symfony Day im letzten Jahr, ging es auch in diesem Jahr wieder nach Köln, um zu sehen was sich in der Symfony-Community tut. Wo ich im letzten Jahr noch gleich mit mehreren Symfony1-Projekten am arbeiten war, hat sich seit dem bei mir leider keine Gelegenheit mehr für ein neues Projekt auf Symfony-Basis ergeben.

In letzter Zeit war immer TYPO3 das mittel der Wahl und meine praktischen Erfahrungen im Bezug auf Symfony2 damit leider gleich Null. Um so mehr ging es mir in diesem Jahr mehr um Inspiration. Denn in Sachen modernen Programmierparadigmen ist und bleibt Symfony aus meiner Sicht ein Musterstück.

Silex – Symfony goes micro

Der erste Vortrag über das symfony micro Framework Silex war zwar ganz interessant, allerdings wollte mir für meine tägliche Arbeit so gar kein Anwendungsfall einfallen und so blieb es für mich eines von vielen Beispielen am Tag, dass Symfony2 einfach wunderbar Modular aufgebaut ist.

Inspire yourself of Symfony2 to create better code

Marc Weistroffs Vortrag brachte dann schon den Grund meiner Anwesenheit ziemlich genau auf den Punkt und enttäuschte auch nicht. Von Seperation of Concerns (SoC) über PHPs PSR-0 bis hin zu den zahlreichen Interfaces in Symfony2 (140, im Gegensatz zu den eher mageren 4 in Symfony1), gab es massenhaft Input und Hausaufgaben in Form von Lesestoff.

Catching Opportunities with Open Source

Gleich zu Zweit und mit einer Unmenge an kleinen Anekdoten gespickt, entfalteten Stefan Koopmanschap und Christian Schaefer in ihrem Vortag ein recht mitreißende Dynamik. Es ging nicht um Symfony, sondern um die Arbeit an OpenSource Projekten im Generellen, ob es nun das Schreiben von Code oder Doku ist: Was bringt einem persönlich die Mitarbeit an OpenSource-Projekten eigentlich?!

Zuerst waren mir einige Gründe ehrlich gesagt etwas unangenehm. Irgendwie dachte ich mir: Klar hat man beruflich gewisse Vorteile, wenn man sich entsprechend engagiert. Aber ein Gentleman genießt und schweigt, oder? Ist aber totaler Quatsch. Es war eigentlich gut solche Dinge einfach mal klar auf den Punkt zu bringen, erst recht wenn damit Leute zu animieren sind sich mehr einzubringen.

Nach dem Vortrag hatte ich das Gefühl ich müsste dringend mehr für die Community machen. Leider bekomme ich es zeitlich nur kaum gebacken. In jedem Fall gebührt all denjenigen, die täglich OpenSoucre leben, mein tiefster Respekt und Dank, egal ob für Fame and Glory oder das nächste Bewerbungsgespräch.

The Sonata AdminBundle

Das AdminBundle ist das was in Symfony1 die Admin Generatoren waren. Die Konfiguration setzt dabei mehr auf das direkten definieren von Feldern im PHP-Code, anstatt wie vormals auf YAML. Auf den ersten Blick erscheint das etwas komplexer. Da die Konfiguration aber eigentlich direkt auf der Symfony2-Form Komponente aufsetzt, sollte es schnell zu verstehen sein. Die YAML-Konfiguration in Symfony1 ist rückblickend betrachtet oft auch ein Ärgernis gewesen, da die Konfiguration schwieriger nach zu vollziehen war.

Aus meiner Sicht hat es dem Vortrag aus meiner Sicht etwas an Pepp gefehlt. Eigentlich sollte es aber schon vollkommen genügen zu Wissen, dass es nun auch für Symfony2 wieder einen Admin Generator gibt, um Begeisterung auszulösen. In symfony1 hat er mir bereits Unmengen an Zeit gespart.

Extending and Leveraging the Power of the Command Line Interface

Für mich war das Vorstellen der Console Component das beste Beispiel einer Symfony2-Komponente. Nicht praxisnah, aber gut nachvollziehbar und unterhaltsam wurde an Hand eines Hangman für die Kommandozeile auch gleich die kinderleichte Erweiterung demonstriert. Ein kurzweiliger Vortrag, der Lust darauf gemacht hat gleich selbst los zu legen. Die Smyfony2 Components sind wahrlich mehr als einen Blick wert!

Dependency Injection and the Symfony2 Service Container

Im Gegensatz zur CLI-Component war der Vortrag zur Dependency Injection Component für mich weniger interessant. Zum einen weiß ich die Vorteile bereits zu schätzen, zum anderen bin ich da aber einfacher der Anwender. Ich werde das Ganze letztlich wie in Symfony2 vorgegeben einsetzen und mich an Vorzügen erfreuen . Das ich die Komponente mal für sich alleine benötigen würde, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

The State of Symfony

Der Höhepunkt des Tages war, wie nicht anders zu erwarten, die Keynote von Fabien Potencier. Der Mann weiß mit seinem französischen Akzent und Charme mitzureißen, aber mit seiner Art auch zu provozieren. Da steht jemand, der ganz klar nur das Beste will und von seiner Arbeit überzeugt ist.

Da wird gleich zu Anfang mal der Krieg der Frameworks propagiert. Symfony2 das MVC aberkannt: „Because I don’t care“. Wenn er sich auf etwas festlegen sollte, dann darauf das es sich bei Symfony2 um ein Request/Response-Framework handelt…

Am Ende gibt es zur Abrundung dann noch eine Erweiterung zur Performance-Analyse innerhalb der Admin-Toolbar. Diese wird später auf die Frage „Wann sie den verfügbar sein“ obercool ohne ein weiteres Wort gepusht. Ja, er reißt mit, die coole Socke.

Letztlich ist die Zeit wie im Flug vergangen, auch wenn man merkt das da jemand spricht der wirklich riesige Projekte angeht und überhaupt in einer ganz anderen Welt Zuhause ist, als ich es bin… egal, eine wirklich tolle Keynote und guter Abschluss.

Abschließend

Zum Ende gab es dann noch „A shitload of beer“ mit Sebastian… sehr schön, ist es doch letztlich der Austausch der so einen Tag wirklich rund macht. Allerdings ist es nur ein Wunder das ich meinen letzten Zug noch erwischt habe bzw. überhaupt noch nach Hause gefunden habe ;)

Im nächsten Jahr wird es voraussichtlich keinen späten Zug mehr nach Hause geben. Die Symfony-Community wächst. Tatsächlich ist Deutschland nach Frankreich und den USA bereits der drittgrößte Markt für Symfony und so wird es im nächsten Jahr, anstatt eines vierten Symfony Day in Köln, wohl eine weitere Symfony Live in Berlin geben, in Anlehnung an die bereits bestehenden in Paris und San Francisco. Ich freue mich darauf!

 

2 thoughts on “Symfony Day Cologne 2011”

  1. Danke für dein Feedback zum Open Source Talk! Schön, dass wir auch dich motivieren konnten. Dein Blog alleine ist schon ein super Beitrag zur Community!

  2. Was für ein Tag. Das werden wir wiederholen. Egal wo.
    So leben wir Open-Source. Eine eine Sache von Menschen für Menschen. Tolle Sache. Mitmachen.

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